Das Kunststück des TC Lauffen

Diese Konstellation ist einmalig beim Württembergischen Tennisbund: Zum vierten Mal in Folge haben die Juniorinnen und Junioren des TC Lauffen die Württembergische Mannschaftsmeisterschaft gewonnen. Das ist ein Kunststück. "Beim zweiten Mal war es ein toller Erfolg. Mit dem dritten Mal haben wir Geschichte geschrieben. Das vierte Mal ist einfach unglaublich", sagt Stefan Bohlayer. Der Erste Vorsitzende des TC Lauffen ergänzt: "Dass das Potenzial wieder bei beiden Mannschaften da ist, war zu Saisonbeginn klar. Aber dass es wieder beide gepackt haben, ist schon überraschend."

Ein Verein kann im Juniorenbereich nur langfristig Erfolg haben, wenn ein klares Konzept dahinter steht. Aufgrund der jährlichen Fluktuation von Spielern, die die Altersgrenze erreicht haben, ist es sonst unmöglich, langfristig auf hohem Niveau zu spielen. Dies haben der damalige Jugendleiter Roland Hirschmüller und Trainer Hansi Hochmut erkannt und vor sieben Jahren die richtigen Maßnahmen ergriffen. Starke Spieler von auswärts zusammen mit den Spitzenspielern von Lauffen − so hieß damals die Devise. So spielten die Einheimischen Oliver Strecker und Christian Hirschmüller im Team zum Beispiel mit Torben Traub, der seit Jahren beim TC Oberstenfeld in der Württembergliga spielt oder mit Jiri Vesely, im Jahr 2011 die Nummer eins der Welt im Juniorenbereich.

Starke Gastspieler. Bei den Mädchen wurde die Mannschaft um Jasmin Kling aufgebaut. Anna-Benita Fuchs, Stammspielerin beim TC Weissenhof, der in die 2. Bundesliga aufgestiegen ist, oder jetzt Rosalie Willig (ebenfalls TC Weissenhof) hießen deren Mannschaftskameradinnen. Bei den Junioren hatten die Lauffener Axel Wörner, Nils Hoffacker, Florian Jakob und Dennis Hoffacker dieses Jahr das Glück, mit Christoph Negritu (Nummer fünf in Deutschland bei den Junioren), David Novotny (61) und dem slowakischen Spitzenspieler Michal Kianicka (die Nummer drei des Landes) in einer Mannschaft zu spielen.

Dass dieses Team fast immer in Bestbesetzung antrat, hat auch mit der Lauffener Philosophie zu tun, dass die zweiten Mannschaften ein wichtiger Baustein im Jugendbereich sind.

Mit Siegen gegen Bad Friedrichshall, Dettingen/Erms und Waiblingen qualifizierten sich die Lauffener Jungs, die von Oliver Strecker gecoacht wurden, für die Meisterrunde. Hier wurde die STG Geroksruhe Stuttgart mit 6:3 besiegt. Lauffen gegen Backnang hieß nun die Endspielpaarung. Hier zeigten sich die Lauffener von ihrer besten Seite und führten nach den Einzeln 4:2. Drei Siege in den Doppeln machten den finalen Spieltag perfekt.

Hohe Siege. Bei den Mädchen war es ähnlich. Auch hier die Konzentration auf den Klassenerhalt bei den Juniorinnen 2. Diese wurden extra von Jasmin Kling in den wichtigsten Matches erfolgreich betreut. Die Konsequenz: Lauffen spielte vier von fünf Partien in Bestbesetzung bei der ersten Mannschaft. Rosalie Willig, Michala Kucharova, Cinta Papke, Leila Heinz, Carolin Nonnenmacher und Selina Leber sicherten sich mit hohen Siegen gegen Sindelfingen, Backnang und Ludwigsburg den Gruppensieg. In der Meisterrunde besiegte Lauffen die STG Geroksruhe mit 7:2 und und im Endspiel den TC Waiblingen. Mit einem ungefährdeten 8:1 wurde dort die Runde beendet.

Quelle: Heilbronner Stimme (Ausgabe vom 19. Juli 2012)