Der Reihe nach: Oberstenfeld konnte im Vergleich zum Vorrundenvergleich in Bestbesetzung mit Steffen Gundermann antreten und beim TC Lauffen fehlte Christian Hirschmüller, der momentan auf Turnierreise ist. Auf Position 2 spielte David Novotny gegen den ein Jahr jüngeren Julian Schöller, der Oberstenfeld seit kurzer Zeit verstärkt. Vom Papier her ist Novotny leicht favorisiert. Er konnte aber nicht an seine gewohnte Spielstärke anknüpfen, weil Schöller ihn immer wieder mit seinen geraden und harten Schlägen in Bedrängnis brachte und zum Schluss als verdienter Sieger vom Platz ging.
Ähnlich ging es dem Lauffener Florian Jakob auf Position 4, der gegen die harten Aufschläge von Marc Immler nicht das richtige Gegenmittel fand und auch mit 6:4 und 6:3 sein Match verlor. Das Schlüsselspiel vor der Partie aus Lauffener Sicht war die Begegnung von Nils Hoffacker gegen Torben Traub auf Position 3. Der Sieger würde seine Mannschaft dem Gewinn der Meisterschaft einen großen Schritt näher bringen. Traub, der früher selbst einmal für die Lauffener Junioren aktiv war, lieferte sich mit dem fünf Jahre jüngeren Hoffacker ein intensives und hartes Duell. Er hatte am Ende ganz knapp die Nase vorn, weil er im Tiebreak des ersten Satzes und im Matchtiebreak die besseren Nerven hatte.
Parallel dazu wurde das Spitzeneinzel zwischen Dennis Kapric und Steffen Gundermann ausgetragen. Gundermann hatte nach seiner langen Verletzung noch nicht den nötigen Spielrhythmus und konnte gegen den glänzend aufspielenden Kapric nichts ausrichten. Das Ergebnis war 6:0 und 6:2 aus Lauffener Sicht. Was noch niemand wusste: hier wurde unter anderem das Spiel entschieden.
Vor den Doppeln stand es also 3:1 für Oberstenfeld. Im Prinzip war alles klar. Eingespielte und erfahrende Doppelspieler mit Erfahrung in der Württembergliga auf der Seite von Oberstenfeld und die "Jugendspieler" aus Lauffen auf der anderen Seite, denen niemand zwei notwendige Siege zutraute. Aber schon bei der Doppelaufstellung machte Lauffens Trainer Hansi Hochmuth allen klar, dass es noch eine Chance gab und jeder locker aufspielen sollte.
Im Einserdoppel spielten Kapric und Hoffacker gleich groß auf und gewannen den ersten Satz mit 6:3 gegen Gundermann/Traub. Novotny und der für Florian Jakob eingesetzte Axel Wörner taten sich am Anfang schwer und waren bereits mit 2:5 gegen Schöller/Immler im Rückstand. Nach einem Break und einem gewonnenen Aufschlagspiel ging es emotionaler auf dem Platz zu. Die Lauffener behielten aber die Nerven und gewannen den Satz mit 7:5. Teilweise spektakuläre Ballwechsel zu Gunsten von Novotny/Wörner und einfache Fehler auf Oberstenfelder Seite ließen das Match kippen. Im zweiten Satz ließ das Lauffener Team nichts mehr anbrennen und gewann diesen mit 6:4.
Im Einserdoppel kippte das Spiel und Gundermann/Traub gewannen den zweiten Durchgang mit 6:3. Mit der Unterstützung der Lauffener Fans im Rücken starteten Kapric/Hoffacker sensationell im Matchttiebreak und erspielten sich einen sicheren Vorsprung, den sie sich bis zum Schluss nicht mehr nehmen ließen. Endstand 10:6 im Matchtiebreak und nach sechs Stunden Gleichstand bei Matches (3:3) und Sätzen (7:7). Somit entschied die Anzahl der gewonnen Spiele (62:57) das Finale um die Württembergische Meisterschaft für den TC Lauffen.
Foto: Alexander Heinz, David Novotny, Axel Wörner, Dennis Kapric, Nils Hoffacker, Trainer Hansi Hochmuth
Die Lauffen Damen wurden einen Tag später zum dritten Mal in Serie Württembergischer Meister in der Halle.
Die Aufstellung des Lauffener Teams war schon richtungsweisend und zeigte die Botschaft: "Wir wollen gegen Schwenningen unbedingt gewinnen". Da der Endspielgegner Schwenningen nicht alle Möglichkeiten bei der Teamnominierung ausschöpfte, war die Favoritenrolle schnell verteilt. Die ersten Punkte für Lauffen sicherten sich Anna-Benita Fuchs gegen Bettina Köpfer (6:0; 6:1) und Leila Heinz gegen Marcella Müller (6:2; 6:2). Den dritten Punkt für Lauffen sicherte Verena Jöchle gegen Johanna Oswald (6:0; 6:1). Rosalie Willig, die im Sommer ebenfalls für Lauffen aufschlägt, gewann gegen die Regionalligaspielerin Mona Höppner ebenfalls sicher mit 6:3 und 6:2. Lauffen führte uneinholbar mit 4:0 und Bezirkssportwart Günther Schütz überreichte Mannschaftsführer Rolf Heinz unter dem Applaus der zahlreichen Zuschauer den Meisterwimpel.
Ab der nächsten Saison wird die Württembergische Hallenmeisterschaft in Gruppenspielen entschieden. Die Mannschaften werden in eine Würrtembergstaffel und Oberligastaffel aufgeteilt. Bei den Damen ist Lauffen sehr gut positioniert: Am Wochenende sicherte sich die 2. Mannschaft den Bezirkstitel und steigt somit in die neue Oberligastaffel auf.
Foto: Trainer Hansi Hochmuth, Leila Heinz, Anna-Benita Fuchs, Verena Jöchle und Rosalie Willig